KiNo – Kie­bitz­schutz in Nord­deutsch­land – Umset­zung und Eva­lua­ti­on von Maßnahmen

Der Kie­bitz­be­stand in Deutsch­land ist seit 1980 um über 90 Pro­zent ein­ge­bro­chen, so dass die Art natio­nal als „stark gefähr­det“ ein­ge­stuft wird. Um den nega­ti­ven Bestands­trend des Kie­bit­zes zu stop­pen, wer­den drin­gend Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Lebens­raum­qua­li­tät benö­tigt. Dies gilt ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund des Aus­baus von Wind­ener­gie­an­la­gen im Zuge der Ener­gie­wen­de, der sich wei­ter nega­tiv auf die Habi­tat­qua­li­tät von Kie­bitz­le­bens­räu­men aus­wir­ken könnte.

Das KiNo-Pro­jekt ist ein nord­west­deut­sches Ver­bund­pro­jekt, in dem 12 Ver­bund­part­ner sowie meh­re­re Koope­ra­ti­ons­part­ner aus Bre­men, Ham­burg, Nie­der­sach­sen, Nord­rhein-West­fa­len und Schles­wig-Hol­stein zusam­men­ar­bei­ten. Ziel ist die Sta­bi­li­sie­rung und Erhö­hung der Kie­bitz­be­stän­de im nord­deut­schen Ver­brei­tungs­schwer­punkt sowie die Stei­ge­rung des Repro­duk­ti­ons­er­folgs durch geziel­te Habitatverbesserungen.

Brü­ten­der Kiebitz

Pro­jekt­ge­biet im Kreis Stein­furt ist das Vogel­schutz­ge­biet Düs­ter­die­ker Nie­de­rung im Nor­den des Kreis Stein­furt. Hier wer­den schwer­punkt­mä­ßig die drei Natur­schutz­ge­bie­te Recker Moor, die gleich­na­mi­ge Düs­ter­die­ker Nie­de­rung und der Haler Feld-Vogel­pohl betrachtet.

Die Bio­lo­gi­sche Sta­ti­on Kreis Stein­furt plant unter ande­rem Maß­nah­men zur Opti­mie­rung des Was­ser­haus­halts und zur Offen­hal­tung der Land­schaft. Durch den Ein­satz mobi­ler Zäu­ne sol­len die Nist­plät­ze der Kie­bit­ze vor Präda­ti­on geschützt wer­den. Dabei kom­men die­se Maß­nah­men nicht nur dem Kie­bitz, son­dern auch wei­te­ren Wie­sen­vo­gel­ar­ten zugu­te. Um die Wirk­sam­keit der umge­setz­ten Maß­nah­men zu über­prü­fen und im lau­fen­den Pro­jekt zu opti­mie­ren, wird das Pro­jekt wis­sen­schaft­lich beglei­tet. Neben dem Bestands­mo­ni­to­ring durch die Bio­lo­gi­sche Sta­ti­on Kreis Stein­furt, wer­den Raum­nut­zungs­ana­ly­sen ein­zel­ner Kie­bit­ze mit Hil­fe von GPS-Sen­dern durch­ge­führt. Die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se die­nen neben der Erfolgs­kon­trol­le auch der fort­lau­fen­den Opti­mie­rung und der Ent­wick­lung von Emp­feh­lun­gen für zukünf­ti­ge Schutz­maß­nah­men, auch über das Pro­jekt hinaus.

Das Pro­jekt Kie­bitz­schutz in Nord­deutsch­land wird im Rah­men des Natio­na­len Arten­hilfs­pro­gramms (nAHP) durch das Bun­des­amt für Natur­schutz (BfN) mit Mit­teln des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Umwelt, Kli­ma­schutz, Natur­schutz und nuklea­re Sicher­heit (BMUKN) geför­dert. Der För­der­an­teil für das Teil­pro­jekt der Bio­lo­gi­schen Sta­ti­on Kreis Stein­furt beträgt 90 %.

Ansprech­per­so­nen:

Mai­ke Wilhelm

maike.wilhelm@biologische-station-steinfurt.de

Tel. 05482/9291–16

Ana­bel Meyer

anabel.meyer@biologische-station-steinfurt.de

Tel. 05482/9291–18