Kno­bi ist zurück

Kno­bi ist zurück

Gro­ßer Bahn­hof für eine klei­ne Krö­te: Im Natur­schutz­ge­biet Sin­nin­ger Veen bei Ems­det­ten sind jetzt im Rah­men des Pro­jekts „Der Knob­lauch­krö­te auf der Spur“ zahl­rei­che Knob­lauch­krö­ten „aus­ge­wil­dert“ wor­den. Damit keh­ren sie zurück in ein Gewäs­ser, das frü­her ver­mut­lich eine der größ­ten Knob­lauch­krö­ten-Popu­la­tio­nen im Müns­ter­land beherbergte. 

Die Knob­lauch­krö­te (Pel­o­ba­tes fus­cus) ist eine recht klei­ne Krö­ten­art, die ihren Namen einem nach Knob­lauch rie­chen­dem Sekret ver­dankt, das sie bei Gefahr abson­dern kann. Den Groß­teil der Zeit ver­bringt sie ein­ge­gra­ben im Erd­bo­den und kommt nur nachts zum Fres­sen her­aus. Dafür benö­tigt sie beson­ders grab­fä­hi­ge Böden, wes­halb sie vor allem in sand­ge­präg­ten Regio­nen vor­kommt. Da sie recht wan­der­faul ist, benö­tigt sie pas­sen­de Land­le­bens­räu­me in direk­tem Umfeld zu ihren Laichgewässern.

Die Knob­lauch­krö­te war frü­her in den sand­ge­präg­ten Regio­nen Nord­rhein-West­fa­lens und Nie­der­sach­sens weit ver­brei­tet. Heu­te gilt sie in NRW als vom Aus­ster­ben bedroht und auch deutsch­land­weit als gefährdet.

Um mehr über die Ver­brei­tung und Häu­fig­keit der Knob­lauch­krö­te im Kreis Stein­furt her­aus­zu­fin­den, führt die Bio­lo­gi­sche Sta­ti­on aktu­ell das Pro­jekt „Der Knob­lauch­krö­te auf der Spur“ durch, das vom LWL-Natur­fonds und der Natur­schutz­stif­tung Kreis Stein­furt geför­dert wird. Teil des Pro­jekts ist auch die Umset­zung von Pfle­ge- und Opti­mie­rungs­maß­nah­men an den Laich­ge­wäs­sern und den angren­zen­den Landlebensräumen. 

Da die eigen­stän­di­ge Wie­der­be­sied­lung sowohl durch die gerin­ge Aus­brei­tungs­fä­hig­keit als auch die gerin­ge Popu­la­ti­ons­dich­te der Knob­lauch­krö­te im Kreis Stein­furt unwahr­schein­lich ist, wird die Art nun in eini­gen aus­ge­wähl­ten Gebie­ten gezielt wie­der ange­sie­delt. Dafür gel­ten stren­ge Kri­te­ri­en. So müs­sen bei­spiels­wei­se inter­na­tio­na­le Richt­li­ni­en zur Wie­der­an­sied­lung von Wild­tie­ren erfüllt sein und eine Geneh­mi­gung der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de vorliegen.

In NRW wer­den bereits seit 2012 zahl­rei­che (Wie­der-) Ansied­lungs­maß­nah­men im Rah­men des LIFE+ Pro­jek­tes „Schutz der Knob­lauch­krö­te“ in Tei­len des Müns­ter­lan­des und des Inte­grier­ten LIFE-Pro­jek­tes Atlan­ti­sche Sand­land­schaf­ten durch­ge­führt. Feder­füh­rend bei der Nach­zucht ist die NABU-Natur­schutz­sta­ti­on Müns­ter­land, die in Enni­ger­loh im Kreis Waren­dorf eine Zucht­sta­ti­on auf­ge­baut hat.

Ob die Wie­der­an­sied­lung erfolg­reich ver­lau­fen wird, wird ein mehr­jäh­ri­ges Moni­to­ring der Bio­lo­gi­schen Sta­ti­on Kreis Stein­furt zei­gen. In zwei Jah­ren wer­den die aus­ge­setz­ten jun­gen Knob­lauch­krö­ten geschlechts­reif sein und sich hof­fent­lich wie­der an den Gewäs­sern im Sin­nin­ger Veen einfinden.

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