Aus­ge­wil­dert

Aus­ge­wil­dert

Der Wie­sen-Schach­tel­halm (Equi­se­tum pra­ten­se) ist in NRW sel­ten. Natür­li­che Vor­kom­men gibt es fast aus­schließ­lich in der West­fä­li­schen Bucht. Hier liegt der Ver­brei­tungs­schwer­punkt in der Ems­aue, wo es vor allem bei Rhei­ne eini­ge Stand­or­te in Ufer­nä­he gibt. 

Der Bota­ni­ker Mar­cus Lubi­en­ski aus Hagen beob­ach­tet die Vor­kom­men schon seit Jah­ren und muss­te fest­stel­len, dass ein Wuchs­ort unweit der Bock­hol­ter Fäh­re bei Elte durch die star­ke Aus­brei­tung der neo­phy­ti­schen Sibi­ri­schen Fie­ders­pie­re (Sor­ba­ria sor­bii­fo­lia), die ihren Ursprung in einem Wochend­haus­grund­stück hat­te, ver­mut­lich erlo­schen war.  Da er recht­zei­tig eine Pflan­ze des Wie­sen-Schach­tel­halms in Kul­tur genom­men und ver­mehrt hat­te, schlug er der Bio­lo­gi­schen Sta­ti­on eine Wie­der­an­sied­lung der Art unweit des ursprüng­li­chen Stand­or­tes vor. 

Nach­dem die Unte­re Natur­schutz­be­hör­de der Wie­der­an­sied­lung zuge­stimmt hat­te, war es jetzt soweit: Rund 40 klei­ne Wie­sen-Schach­tel­hal­me pflanz­ten Mar­cus Lubi­en­ski und Sta­ti­ons­mit­ar­bei­ter Tho­mas Stark­mann an zwei geeig­net erschei­nen­den Stel­len in Ufer­nä­he ein. Als Auwald­art benö­tigt Equi­se­tum pra­ten­se locke­re, aber gut durch­feuch­te­te Böden an halb­schat­ti­gen Stand­or­ten. Die direk­te Kon­kur­renz durch kon­kur­renz­kräf­ti­ge Arten wie Gold­ru­te und Drü­si­ges Spring­kraut soll­te gering sein. Da der Schach­tel­halm sich über Rhi­zo­me ver­brei­tet, ste­hen die Chan­cen für eine Eta­blie­rung der klei­nen Pflan­zen nicht schlecht. 

Ein herz­li­cher Dank geht an Mar­cus Lubi­en­ski, der sich nicht nur um die Nach­zucht des Wie­sen-Schach­tel­halms geküm­mert hat, son­dern auch den Auf­wand für die Wie­der­an­sied­lung auf sich genom­men hat.