Brombeere an den Kragen
Es ist wieder soweit: Am Samstag (02. November) geht der Kampf gegen die Brombeere in den Wentruper Bergen in eine neue Runde. Zusammen mit der Naturschutzstiftung halten wir dort seit einigen Jahren eine ehemals von Sturm Kyrill geschaffene Freifläche von unerwünschtem Brombeeraufwuchs frei. Unterstützt werden wir dabei von freiwilligen Helfern aus Greven und Umgebung. Im Vorjahr waren es über 20 tatkräftige Frauen, Männer und Kinder, die den Brombeeren zu Leibe rückten. Auch dieses Mal hoffen wir auf viele helfende Hände, damit der Lebensraum für lichtliebende Pflanzen und Tiere wie Bergsandglöckchen, Sandlaufkäfer und Wildbienen erhalten bleibt. Die Aktion dauert von 9 bis ca. 12 Uhr. Handschuhe und teilweise auch Arbeitsgeräte werden wie in jedem Jahr gestellt. Treffpunkt ist die alte Kläranlage in Greven (Am Diekpohl). Damit für ausreichend Verpflegung gesorgt werden kann, wird bis Donnerstagmittag (31.10, 12 Uhr) um eine Anmeldung gebeten: Tel. 05482/92910 (Biologische Station) oder 02551/691479 (Naturschutzstiftung) bzw. info@naturschutzstiftung-kreis-steinfurt.de.
Teuto Talks starten
Am Montag, 28. Oktober, starten Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land und Biologische Station wieder die gemeinsame Vortragsreihe „Teuto Talks“. Bis März 2025 stehen fünf spannende Vorträge auf dem Programm für alle, die sich für aktuelle Naturschutzthemen interessieren. Den Auftakt macht am 28. Oktober um 18 Uhr ein Vortrag von Katharina Schwesig vom Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster zum Thema „„Was macht Lebensräume in Abbaustätten so wertvoll für die Biodiversität? – Ergebnisse aus einem bundesweiten Forschungsprojekt“. Dabei geht es um Sandgruben, Kalksteinbrüche und andere Abbaustätten von Rohstoffen, die einerseits unübersehbare Wunden in der Landschaft hinterlassen, andererseits oft eine beeindruckende Vielfalt an seltenen Tier- und Pflanzenarten aufweisen. Diese Vielfalt wurde im Projekt „Ganzheitliches Biodiversitätsmanagement in der Baustoffindustrie“ (GiBBS) erstmalig deutschlandweit systematisch untersucht. Die Erkenntnisse aus dem Projekt helfen dabei, die Bedeutung von Abbaustätten für die Biodiversität in Deutschland besser zu verstehen. Wieso die Abbaustätten so gute Lebensbedingungen für diverse und gefährdete Artengemeinschaften…
Flacher See – großer Nutzen
Selten entfalten landschaftsgestaltende Maßnahmen so schnell ihre Wirkung. Doch der Regen der vergangenen Woche hat dazu geführt, dass am Südrand des Emsdettener Venns eine neue große Wasserfläche entstanden ist. Die Vorarbeiten dafür waren erst wenige Tage zuvor abgeschlossen worden. Eine Landschaftsbaufirma hatte eine flache Senke ausgeschoben. Bereits im Vorjahr waren an gleicher Stelle ein nicht mehr benötigter Stichweg südlich des Venns beseitigt und der wegbegleitende Pappelaufwuchs gerodet worden. Die Maßnahme erfüllt einen mehrfachen Zweck, wie Dr. Peter Schwartze von der Biologischen Station erläutert. „Damit schaffen wir einerseits einen offenen Lebensraum, den Wiesenvögel wie Kiebitz und Uferschnepfe besonders schätzen. Und andererseits verbessert die neue Blänke das Nahrungsangebot sowohl für brütende als auch für rastende Wiesenvögel und Enten.“ Blänken, das sind flache Wasserflächen im Grünland, in denen die langschnäbligen Wiesenvögel gerne nach Würmern und anderem essbaren Getier stochern. Auch für ornithologisch interessierte Besucher dürfte die Fläche spannend sein. „Der Bereich ist vom…
Knoblauchkröte auf der Spur
Anfang 2025 startet ein neues Projekt. Es geht um die Knoblauchkröte. Die Knoblauchkröte gehört zu den seltensten und heimlichsten einheimischen Amphibien. Nordrhein-Westfalen liegt am westlichen Rand ihres Verbreitungsgebietes. In der Roten Liste NRW ist sie „als vom Aussterben bedroht“ (RL1) eingestuft. Für das Überleben der Art kommt dem Kreis Steinfurt eine besondere Bedeutung zu, da hier sowohl historisch als auch aktuell die meisten Fundpunkte liegen. Wegen ihrer heimlichen Lebensweise ist der Nachweis der Knoblauchkröte schwierig. Bei verschiedenen Untersuchungen, beispielsweise im Hotspot 22 Projekt, konnten einerseits ehemals bekannte Vorkommen nicht mehr bestätigt werden, andererseits wurden neue Nachweise auch an Gewässern erbracht, an denen die Art nicht unbedingt erwartet worden war. Deshalb startet die Biologische Station ab 2025 ein Projekt, um der Knoblauchkröte – auch mit der Hilfe der Öffentlichkeit und von Ehrenamtlichen ‑auf die Spur zu kommen und ihre Verbreitung im Kreis Steinfurt zu ermitteln sowie die Größe der Bestände genauer festzustellen.…
Rotschenkelbruten
Zwar sind Rotschenkel regelmäßige Durchzügler im Kreis Steinfurt, Bruten waren hier aber schon lange nicht mehr nachgewiesen worden. Nachdem bereits 2023 ein Paar im Feuchtgebiet Saerbeck erfolgreich gebrütet hat, konnten dieses Jahr in vier Schutzgebieten brütende Rotschenkel entdeckt werden. Sehr hilfreich war dabei der Einsatz einer Drohne, die erstmals in diesem Jahr die Nestersuche deutlich erleichterte. Da der Rotschenkel sein Nest ausgesprochen gut tarnt, ist es ohne den Einsatz der Drohne mit Infrarotkamera oft kaum möglich, Nester zu finden. In den vier Naturschutzgebieten (Feuchtgebiet Saerbeck, Recker Moor, Wehrstroot, Düsterdieker Niederung) hatten sich durch die ausgiebigen Regenfälle im Winter und Frühjahr große Überschwemmungsflächen mit ausgedehnten Schlammfluren entwickelt. Dies hat die Rotschenkel offenbar angelockt. In der Vergangenheit hat der Rotschenkel in NRW fast ausschließlich am Niederrhein gebrütet. Da fast alle Paare auch Bruterfolg hatten, bleibt zu hoffen, dass wir uns auch im kommenden Jahr wieder über Rotschenkel im Kreis freuen können.
Zäune für Wiesenvögel
Kiebitze und Uferschnepfen sind akut bedroht. Deshalb schützt die Biologische Station Kreis Steinfurt die Gelege der Wiesenvögel auch dieses Jahr wieder gezielt durch mobile Elektrozäune. Beim Kiebitz als Vogel des Jahres ging der Bestand von 2002 bis 2022 in NRW um 70 % zurück. Von den aktuell noch rund 5500 Brutpaaren brütet rund ein Fünftel im Kreis Steinfurt. Das Problem: Die meisten Kiebitze brüten heute auf feuchten Äckern, die früher oftmals Wiesen und Weiden waren. Dort ist einerseits der Bruterfolg für den langfristigen Erhalt der Art meist viel zu gering, andererseits sind die Schutzmöglichkeiten begrenzt. Umso wichtiger sind die Grünlandstandorte, auf denen der Kiebitz brütet. Sie befinden sich fast ausschließlich in Naturschutzgebieten, wo die Bewirtschaftung auf den Schutz der Wiesenvögel ausgerichtet ist. Allerdings haben Nesträuber wie Fuchs und Marder in den vergangenen Jahren stark zugenommen und verhindern oftmals eine erfolgreiche Brut. Da, wo der Kiebitz brütet, fühlt sich auch die…
Exkursionsprogramm 2024
Nach viel Wasser und wenig Winter hält langsam der Frühling Einzug. Das morgendliche Vogelkonzert wird von Tag zu Tag lauter und vielstimmiger, und Kiebitze und Brachvögel kehren aus den Winterquartieren zurück. Sogar die ersten blühenden Buschwindröschen wurden gesichtet. Höchste Zeit also, unser neues Exkursionprogramm vorzustellen. Neben Einblicken in unsere Arbeit stehen vor allem die Naturschutzgebiete des Kreises im Vordergrund. Abwechslungsreiche Lebensräume inklusive deren tierischen und pflanzlichen Bewohnern können von April bis September erkundet und bestaunt werden. Für jeden ist etwas dabei. Neben „Klassikern“ wie dem Emsdettener Venn und dem Recker Moor stellen wir auch weniger bekannte Gebiete wie das NSG Trogbahn bei Dreierwalde oder die Feuchtheide Harskamp bei Ochtrup vor. Auf den Familienexkursionen lernen Kinder spielerisch etwas über die Natur und deren Lebewesen. Nach wie vor bildet das LIFE-Wiesenvögel NRW Projekt einen Schwerpunkt unserer Arbeit, der sich auch in Exkursionen in die Maßnahmengebiete niederschlägt. Gedruckte Exkursionsflyer sind in allen Rathäusern…
Immer wieder Hochwasser
Wasser von oben und kein Ende. Bereits seit Monaten folgt in Mitteleuropa ein Tiefdruckgebiet dem nächsten. Die Folge: Die Pegelstände der Fließgewässer erreichen auch im Kreis Steinfurt Höhen wie seit langem nicht mehr. Die Besonderheit dabei ist, dass es keine kurzfristigen Hochwasser sind, die schnell wieder zurückgehen, sondern dass sich die Pegel bereits seit Wochen auf hohem Niveau bewegen. So liegt der Emspegel Greven bereits seit Mitte Oktober ununterbrochen deutlich über der Mittelwasserlinie. Die Spitzenwerte wurden um die Weihnachtszeit erreicht. Da der Oberboden seit Wochen wassergesättigt ist, reichen momentan auch mittlere Niederschlagsereignisse aus, um die Flüsse rasch wieder über die Ufer treten zu lassen. Das betrifft im Kreis Steinfurt nicht nur die Ems, sondern auch kleinere Fließgewässer wie Vechte, Steinfurter Aa und Glane. Was für Anwohner und Landwirte teilweise Unannehmlichkeiten mit sich bringt, ist für die Natur und vor allem die Flussauen ein Segen. Denn Hochwasser sind lebensnotwendig für die Auen.…
Kyrills Erbe
17 Jahre ist es mittlerweile her, als Sturm Kyrill am 18. und 19. Januar 2007 über weite Teile Europas hinwegfegte und vielerorts eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Vergleichsweise harmlos waren da noch die Kiefern, die Kyrill im Naturschutzgebiet Wentruper Berge nördlich von Greven abgeknickt oder entwurzelt hatte. Doch genau hier macht Kyrill bis heute Arbeit. „Schuld“ sind die Naturschutzstiftung Kreis Steinfurt und die Biologische Station, die damals auf die Idee kamen, die von Kyrill geleistete Vorarbeit fortzusetzen und auf einer rund einen Hektar großen Fläche die alte Emsdünenlandschaft zu rekonstruieren. Denn nicht immer waren die Wentruper Berge so stark bewaldet wie heute. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts gab es hier offene Sanddünen, die sich bei starkem Sturm schon mal in Bewegung setzten – der Begriff Wanderdünen kommt nicht von ungefähr. Erst gezielte Aufforstungen setzten der Wanderschaft ein Ende. Sie sorgten aber auch dafür, dass die Pflanzen und Tiere, die offenen…
Positive Bilanz
Klein und knuffig ist er, ein echter Sympathieträger. Vielleicht ist das der Grund, dass viele den Steinkauz gerne in ihrer Nähe haben. Trotzdem war unser Mitarbeiter Thomas Starkmann überrascht, dass die Resonanz auf das jetzt zu Ende gegangene Projekt „Kauzig und beliebt – eine gute Zukunft für den Steinkauz im Steinfurter Land“ so gut war. „Als wir vor mehr als zwei Jahren den ersten Presseaufruf gestartet haben, dass man Niströhren bei geeignetem Standort kostenlos bekommen könnte, meldeten sich gleich viele Interessenten“, erzählt er. Danach habe er gar nicht mehr viel Werbung machen müssen, weil sich das Angebot über Mund-zu-Mund-Propaganda herumgesprochen habe. Mittlerweile kann die kleinste heimische Eule unter 270 neuen Röhren im Steinfurter Land auswählen. „Wir hatten im Steinfurter Land das Problem, dass viele alte Röhren nicht mehr funktionstüchtig waren, weil sich kaum jemand mehr um sie gekümmert hat“, nennt Starkmann den Grund, warum die Biologische Station Ende 2020 das…










